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Theateraufführung - Die große Plage

Presseartikel von Robert Emsden aus der Mainpost vom 22.02.2014

Kinder raus aus unserer Stadt!

Karlstadter Realschüler  inszenierten das Theaterstück „Die Große Plage“ in der Gerbergasse.

Karlstadt Man nehme eine bekannte Geschichte, sagen wir...“Der Rattenfänger von Hameln“ und ersetze die Ratten durch  andere Plagegeister….Kinder!  Ja, Kinder! 

Das passt! So lautet die Grundidee des Stückes „Die Große Plage“ von Hans-Peter Tiemann, das durch Lehrer  Marcus Waitz von der Unterstufen-Theatergruppe der Realschule Karlstadt  inszeniert und am Dienstag und am Mittwoch im Theater in der Gerbergasse aufgeführt wurde.

Wovon war gerade die Rede? Ach ja, Kinder! Diese Quälgeister, ohne Manieren und ohne Respekt vor jeglicher Autorität! Diese egoistischen Smartphone- Zombies, die tonnenweise Süßigkeiten verschlingen und all ihre Lehrer  auf die Palme bringen. Wäre es nicht paradiesisch, wenn es in unserer Kleinstadt…gar keine Kinder mehr gäbe? Ja, doch. Ganz bestimmt sogar! Das wäre himmlisch! Da sind sich also alle einig. Lehrer, Eltern, die ganze Erwachsenenbevölkerung.

Radikale Maßnahmen müssen her, und zwar flott! Wo ist der Bürgermeister? Der soll doch was machen!  Und so ruft der bedrängte Chef im Rathaus das neue „Amt für Kinderplage und Säuglingsunwesen“ ins Leben, stellt einen hochqualifizierten und tatenhungrigen Kinderfänger  ein und lässt - wie damals bei den Ratten in Hameln – sämtliche Kinder aus der Kleinstadt hinausbugsieren. Doch das war längst nicht alles: Sämtliche Kinder- und Schuleinrichtungen werden niedergerissen – zuallererst natürlich die Realschule – und dafür Tiefgaragen, Spielhöllen für Erwachsene, Supermärkte, Wellness-Oasen, eine große Rollatorenfabrik (mit Reparaturwerk) und daneben eine Formel-1-Rollatorenrennbahn errichtet!

Auf einmal wird alles anders: Wo früher junge Muttis ihre Kinder spazieren führten, verwöhnen sie nun ihre neuen Lieblinge: Hunde! Daheim spielt Papa im Laufstall seines Söhnchens mit „Hasihasi“ und brabbelt nur noch in Babysprache. Und zur großen Beunruhigung seiner Frau will er nur noch mit Brei und Milch gefüttert werden.

Unterdessen gehen die Umbaumaßnahmen in der Stadt zügig voran - und alles bleibt friedlich. Oder vielleicht doch nicht? Nein! Alles wäre friedlich, wenn nicht Tag und Nacht diese entsetzlichen Presslufthämmer zu hören wären.  Ach, war das nicht herrlich damals, als unsere Wonneproppen die ganze Nacht brüllten? Engelschöre! War das nicht schön, als klein Wernilein das Badezimmer unter Wasser setzte? Zu goldig!  Und war es nicht auch entzückend, als Popelpüppchen Susilein ihre eigene Mutter biss blutig kratzte?  Ja, doch...

Wo ist eigentlich der Bürgermeister? Aber meine Damen und Herren, es kann doch unmöglich sein, dass Sie Ihre Kinder vermissen und sie zurückhaben wollen!

Ja, doch! Vielleicht hätten wir alle uns damals mehr Zeit für unsere Kinder nehmen müssen. Denn gerade Kinder brauchen doch viel Zuwendung und vor allem... Liebe!

Fazit: Es war ein herrliches Kurzstück mit einer wertvollen Botschaft, das von den Realschülern mit einfachen Bühnenmitteln und vor allem mit viel Können, Spielfreude und Humor wunderbar  inszeniert wurde. Zurecht gab es dafür im Theatersaal kräftigen Beifall.

 

Die Mitwirkenden:

Pia Häfner (6b), Sophia Goldstein (6b), Sarah Trautenbach (6c), Fabian Breitenberger (7a), Lea Rothemel (7c), Nina Marschall (7c), Lilly Lenes (7c),

Lea Müller (7d), Hannah Burkhard (7c), Helena Diel (7c), Chiara Herr (7e), Janine Hamm (7e), Emir Tubay (7e), Arda Yorulmazel (7e), Emirkan Saglam (7e), Jan Fallis (8c), Alicia Betz (8c), Isabel Amthor (9a), Lion Amersbach (9a), Jonathan Krafft (10a),

Spielleiter: Marcus Waitz  

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