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Das Leben in Afrika

Stell dir vor, du läufst morgens 10 km in die Schule – ohne Schuhe!

Und mittags läufst du diese 10 km wieder zurück!

Stell dir vor, du bringst Frau Pollin ein Huhn als Bezahlung für den Unterricht mit!

 

Du denkst, das geht doch nicht?! Doch!

 

 

In Tansania ist dies üblich! Darüber hat uns Frau Hisch vom DAHW informiert. Sie kam am 10.02.2015 zu uns an die Schule und nahm die Klassen 7a und 7d auf eine „Reise“ nach Tansania/Ostafrika mit.

Gestartet sind wir in Daressalam – der Hauptstadt von Tansania. Dies ist eine quirlige Großstadt – hupende Autos, tausende Mofas, dazwischen Händler und Fußgänger. Auf den Straßen von Daressalam spielgelt sich die Bevölkerung wieder: viele arme Menschen und ein paar Reiche. Grundproblem ist, dass die Politiker davon profitieren, dass es in dem Land viel Armut gibt und dadurch wenig Interesse daran haben, an dieser Situation etwas zu verändern. Zwar haben in den Jahren viele Menschen versucht, sich hochzuarbeiten, aber trotzdem gibt es immer noch einen großen Unterschied zwischen den wenigen Reichen und den ganz vielen Armen. Reiche Menschen leben meistens in Großstädten und haben Strom bzw. fließendes Wasser, tolle, große Häuser und vor allem Autos. Für die Armen sind Autos unerreichbar, denn diese sind genauso teuer wie bei uns. Allerdings verdient ein normaler Arbeiter etwa 50€ im Monat! Ärmere Jugendliche träumen vom Leben in der Stadt und eben vom Wohlstand, darum ziehen sie dorthin, müssen dann dort aber betteln, weil sie keine Arbeit finden. Die Folge ist, dass die Kriminalität steigt.

Unsere Reise geht weiter – raus aus der Stadt. Zunächst sind die Straßen noch geteert, aber dann werden sie immer schlechter und sind nur noch Schotterpisten. Aufpassen muss man vor den Elefantenherden oder Giraffen, die die Fahrbahn kreuzen. Hier gilt: Wildtiere haben immer Vorfahrt!

Auf dem Land leben die Menschen mit ihrer ganzen Familie oder Sippe auf dem Grundstück, das sie bewirtschaften. Sie bauen Maniok, Mais oder Hirse an. Meist wohnen sie in Lehmhütten mit Wellblechdächern oder Dächern aus Palmwedeln. Strom und fließendes Wasser wie in der Stadt sucht man hier vergeblich! Das Leben auf dem Land ist nicht einfach! Autos gibt es hier kaum! Auch die Versorgung mit Ärzten oder Krankenhäusern ist auf dem Land schlecht. Wenn man krank ist, hat man entweder die Möglichkeit, sich ein teures Taxi in die nächste Stadt zu nehmen oder man muss die vielen, vielen Kilometer zu Fuß laufen. Daher träumen viele junge Männer von einem Fahrrad! Dies bedeutet nicht nur, dass sie schneller von einem Ort zum anderen gelangen können, nein, ein Fahrrad ist auch eine richtige Einnahmequelle! Man kann damit andere Personen transportieren oder man besorgt Waren aus der Stadt und verkauft sie im Dorf.

Die Jugendlichen in Tansania sind gar nicht so anders wie wir: auch sie wollen unbedingt ein Handy haben. Teuer sind die dort nicht. Sehr viele können sich ein Handy leisten. Das Problem ist allerdings das Netz. Will man telefonieren, dann muss man eine der wenigen Stellen suchen, wo man Empfang hat. Das ist gar nicht immer leicht!

Vor kurzem hat die Regierung von Tansania unterschrieben, dass jedes Kind in die Schule gehen soll. Das ist ein Fortschritt! Allerdings fehlen bis jetzt noch ausreichend Schulgebäude, damit alle Schüler unterrichtet werden können. Eine Schule auf dem Land in Tansania muss man sich als ein längeres Gebäude vorstellen, das aus aneinandergereihten Klassenzimmern besteht. Meistens zwei oder drei. Da aber der Platz häufig nicht ausreicht, müssen die Schüler in Schichten unterrichtet werden: ein Teil der Schüler ist morgens bis 11 Uhr an der Reihe, dann kommen die nächsten bis 15 Uhr und der Rest hat dann bis abends Unterricht.

Wie ihr am Bild erkennen könnt, tragen die Schüler eine Uniform. Diese müssen sie selbst kaufen. Manche Familien stellt dies vor ein großes Problem, da sie sich kaum das Schulgeld und auch noch das Geld für die Uniformen leisten können. Lehrer nehmen dann eben lebende Hühner als Bezahlung entgegen. Hauptsache das Kind kann in die Schule gehen und hat dadurch eine Perspektive für die Zukunft.

Obwohl jedes Kind in die Schule soll, werden in Tansania häufig nur die Jungen in die Schule geschickt. Mädchen müssen zu Hause der Mutter helfen oder sie werden schon mit 15 Jahren verheiratet. Eine Schulbildung ist dann in ihren Augen unnötig, da sie sich nur noch um den Haushalt und die Kinder kümmern muss.

Hier setzt das DAHW (Deutsche Lepra- und Tuberkulose-Hilfe) an und hilft zum einen mit, dass Schulen gebaut werden, dass die Menschen aufgeklärt werden und – wie der Name schon sagt – kümmern sie sich um die Menschen, die die Krankheiten Lepra oder Tuberkulose haben. Lepra wurde früher als „Aussatz“ bezeichnet, da die Haut abstirbt bzw. das faulen anfängt. Nach und nach sterben so die Extremitäten ab. Lepra ist eine der ältesten Krankheiten der Welt, zudem ist sie hochansteckend. In Europa ist sie seit Längerem ausgestorben, aber in Teilen Afrikas erkranken immer noch Menschen daran. Wird die Krankheit allerdings frühzeitig erkannt, kann man die Menschen heilen und eine weitere Ausbreitung der tauben Körperteile verhindern.

Die Reise nach Tansania und in den Alltag von afrikanischen Jugendlichen war für uns alle sehr interessant und spannend! Nun sind wir noch motivierter die Preschool in Nandanga/Tansania weiter zu unterstützen, die mit Hilfe der Spendengelder aus Keep on Rolling von vor zwei Jahren mitfinanziert wurde und in diesem Sommer fertig gebaut wird.

 

Marc Biko, Sophia Goldstein, Alida Pfister, Lucijana Pranjic (7a)

 

Bild 2

Frau Hisch zeigt den Schülern selbst gemachtes Spielzeug aus Afrika

 

Bild 1

Unsere Schüler durften die traditionelle afrikanische Kleidung aus Tüchern und die blau-weiße Schuluniform selbst ausprobieren!

 

 

   
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