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Zehntklässler sind Paten für Gedenkstelle

Foto 10a an der GedenkstelleSchüler der Klasse 10a beteiligten sich an der Übergabe des „Wegs der Erinnerung“ in Würzburg und übernahmen damit die Patenrolle für eine der vier Stelen, die nun an die Deportation der hiesigen Juden durch die Nationalsozialisten in den Jahren 1941 und 1942 erinnern. Der Weg geht in Würzburg vom Ringpark über die Schweinfurter Straße bis zur Aumühle, in der Nähe des heutigen Realmarktes. Dies ist genau die Strecke, die viele Juden zurücklegen mussten, um an den Verladebahnhof zu gelangen. Mit mehr als 300 weiteren Teilnehmern beschritten die Zehntklässler gemeinsam mit Geschichtslehrerin Kristina Ackermann und Sozialkundelehrer Oliver Klecker die Strecke. Entlang des Wegs wurden vier Stelen mit Infotafeln übergeben, die fortan an die Deportation erinnern sollen. Paten für die letzte dieser vier sind die Schüler. Stellvertretend für die 10a verlas Christoph Birnbaum aus Thüngen einen Originalbericht über die Pogromnacht in seinem Heimatort. Darin schilderte der frühere Thüngener Jude Moses Tannenwald die Ereignisse dieser Pogromnacht von 1938. Anschließend wanderte Tannenwald aus und gelangte über Triest nach Palästina. Er besaß ein Kurzwarengeschäft. In seinem Bericht beschreibt er, wie sein Haus mit allem Hab und Gut geschändet wurde. Vieles wurde an der Stelle des Sportplatzes vor Ort aufgetürmt und verbrannt. Sogar einer seiner Freunde gehörte inzwischen zur SA und machte mit. Der Text stammt von Tannenwalds Enkel David Harel, der selbst in Israel lebt, aber regelmäßig auf den Spuren seiner Verwandten in Thüngen und Umgebung ist. Hier besucht er die Gräber auf dem Laudenbacher Judenfriedhof.

Kristina Ackermann

   
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