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Zu Gast im digitalen Klassenzimmer

Staatssekretärin für Unterricht und Kultus Anna Stolz besuchte die Karlstadter
Johann-Rudolph-Glauber-Realschule

Es dürfte sicherlich nicht so häufig vorkommen, dass eine Kultusstaatsekretärin sich die Zeit nehmen kann und ohne besonderen Anlass in einer Schule vorbeischaut. So gesehen war die Freude groß, als die ehemalige Arnsteiner Bürgermeisterin Anna Stolz am vergangenen Freitag einer Einladung folgte und der Karlstadter Realschule einen Besuch abstattete. Nicht nur ihre Heimatverbundenheit dürfte für sie dabei eine Rolle gespielt haben, sondern auch ihr Interesse an der hervorragenden Ausstattung der generalsanierten Schule, vor allem im Hinblick auf das derzeitige Thema schlechthin: die Digitalisierung.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Schulleiter Thorsten Stöhr ging es, wie sollte es an einer Schule anders sein, für Anna Stolz direkt in den Unterricht. Sogleich fühlte sie sich in ihre eigene Schulzeit zurückversetzt und erinnerte sich schmunzelnd an die eine oder andere Episode von damals. Sofort begeisterte Anna Stolz der motivierende Umgang des Lehrers mit den Schülern, die offensichtlich Spaß am „story-telling“ fanden und munter ihr Englisch zum Besten gaben. Sehr sinnvoll sei dabei das Smartboard eingesetzt worden, das nicht nur einen Zugang ins Internet gewährt, sondern auch interaktives Arbeiten ermöglicht sowie den Lehrkräften Visualisierungsmöglichkeiten an die Hand gibt. Im Zuge der Sanierung seien alle Klassenzimmer mit dieser Technik ausgestattet worden, verriet ihr Schulleiter Stöhr. Die Schule habe zudem Multiplikatoren ausgebildet, welche in einer hausinternen Fortbildungsreihe das Kollegium mit der Nutzung und den didaktischen Möglichkeiten der digitalen Medien vertraut machten.

Nach einer Hausführung und einem kurzen Ständchen der Big Band entwickelte sich in lockerer Atmosphäre ein fruchtbares Gespräch über bildungspolitische Fragen, an dem auch Landrat Thomas Schiebel, Bürgermeister Dr. Paul Kruck sowie der Ministerialbeauftragte der Realschulen von Unterfranken Karlheinz Lamprecht und Sebastian Gehret, Leiter des Sachgebiets für Schulen im Landratsamt teilnahmen. Schwerpunktmäßig ging es dabei um die Digitalisierung und die damit für die Schulen verbundenen Herausforderungen. Diskutiert wurden Umsetzungsmöglichkeiten und das Problem von Anschlussfinanzierungen für Erneuerung und Instandhaltung der digitalen Medien. Anna Stolz bekannte, dass sicherlich in manchen Bereichen noch aufgeholt werden müsse, sie betonte aber auch, dass vonseiten der Staatsregierung und der Sachaufwandsträger schon vieles vorangebracht worden sei. Gerade seitens des Landkreises Main-Spessart sei hier bereits sehr gute Arbeit geleistet worden. So stelle sie bei ihrem heutigen Besuch an der Karlstadter Realschule fest, dass Schulleitung, Lehrkräfte und Landratsamt bereits einen großen Teil der zu bewältigenden Aufgaben erfolgreich angegangen hätten. Es sei ihr beispielsweise während ihrer Anwesenheit in der Geschichtsstunde aufgefallen, wie selbstverständlich und unaufgeregt digitale Medien in den Unterricht miteingeflossen seien. Durch sie bestehe auch eine großartige Chance, dem Inklusionsgedanken Rechnung zu tragen. Dass beispielsweise sehbehinderten Schülern das Tafelbild am Smartboard direkt auf ein Tablet übertragen werden könne, um es entsprechend zu vergrößern bzw. zu erhellen, habe sie sehr beeindruckt. Außerdem lobte Stolz die Nutzung von iPad-Koffern an der Realschule, deren Einsatz es möglich macht, Schüler mit Tablets auszustatten. Über das hauseigene WLAN-Netz kann beispielsweise Recherchearbeit betrieben werden, ohne dafür einen Computer-Raum aufzusuchen. In diesem Zusammenhang kam auch die Bildungsplattform mebis zur Sprache. Mit deren Hilfe kann man Schülern nicht nur zusätzliches Übungsmaterialien zur Verfügung stellen, sondern bei längeren Erkrankungen auch die Aufzeichnungen der Unterrichtstunden problemlos zukommen lassen.

Karlheinz Lamprecht betonte die enormen gesellschaftlichen und beruflichen Veränderungen hinsichtlich der Digitalisierung und unterstrich die Notwendigkeit, darauf auch in der Schule Antworten zu finden. Man müsse darauf achten, die digitalen Medien immer pädagogisch einzusetzen. Darin waren sich alle Gesprächsteilnehmer einig. Der pädagogische Mehrwert müsse immer abgewogen werden und die Lehrer-Schüler-Beziehung den Schwerpunkt aller unterrichtlichen Arbeit bilden. Diese Ansicht teilte auch Schulleiter Thorsten Stöhr, der anmahnte, bei den öffentlichen Diskussionen über die Digitalisierung an Schulen die klassische Bildung, vor allem in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik, nicht aus den Augen zu verlieren. Schließlich sei diese viel mehr Grundlage für lebenslanges Lernen als die Benutzung digitaler Endgeräte.

Da gerade auch eine Lockerung des Handy-Nutzungs-Gesetzes in Bayern in der Diskussion steht, ergänzte Schulleiter Thorsten Stöhr die Teilnahme seiner Schule an einem derzeit laufenden Modellversuch. Schüler dürften zu bestimmten Zeiten und an festgelegten Orten das Handy auch privat nutzen. Verboten dabei seien Aufnahmen von anderen Mitschülern sowie das Verbreiten jugendgefährdender Inhalte. Ziel ist ein eigenverantwortlicher und umsichtiger Umgang mit dem Smartphone, so Stöhr zur Maßnahme, bei der die Realschule eng mit dem Johann-Schöner-Gymnasium zusammenarbeitet. Bisher sei es zu keinen Verstößen gekommen, was auch auf die zahlreichen medienpädagogischen Maßnahmen im Unterricht zurückzuführen ist. Diese seien vielleicht noch wichtiger als die Nutzung der modernen Medien zu Unterrichtszwecken.

Am Ende ihres Besuchs bedankte sich Anna Stolz bei Schulleiter Thorsten Stöhr für die Einladung und den angenehmen Aufenthalt sowie bei allen Beteiligten für die konstruktiven Diskussionen und das offene Gespräch.



Abbildung der Teilnehmer
Im Bild von links nach rechts zu sehen sind Bürgermeister Dr. Paul Kruck, Landrat Thomas Schiebel, Staatssekretärin im
Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus Anna Stolz, Schulleiter Thorsten Stöhr, seine
Stellvertreterin Andrea Kotzbauer, der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Unterfranken Karlheinz Lamprecht
sowie zweiter stellvertretender Schulleiter Horst Eirich
.



Im Bild: Staatssekretärin Anna Stolz inmitten von Schülern und Lehrkräften der John-Rudolph-Big Band


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Text: Peter Wenger

 

 

 

"Mischt euch ein, eure Meinung zählt!"

CSU-Landtagsabgeordneter Thorsten Schwab diskutiert mit Schülerinnen und Schülern

Main-Spessart/Karlstadt. Als Schicksalswahl wird die diesjährige Europawahl gerne bezeichnet. Im richtungsweisenden Europawahljahr besucht CSU-Landtagsabgeordneter Thorsten Schwab Schulen im Landkreis, um mit Schülerinnen und Schülern über die Themen zu diskutieren, die sie bewegen. Am Dienstag war er an der Johann-Rudolph-Glauber-Realschule in Karlstadt zu Gast.

„Vieles steht auf dem Spiel bei der diesjährigen Europawahl. Wir entscheiden jetzt, welches Europa wir haben wollen: Bleibt die Staatengemeinschaft offen und tolerant oder werden wir zu einer Union der Nationalstaaten, die sich wirtschaftlich und humanitär abschottet?“ Dies verdeutlichte Landtagsabgeordneter Thorsten Schwab (CSU) zu Beginn des Austauschs mit etwa 55 Schülerinnen und Schülern der Karlstadter Realschule. „Auch wenn sie im Mai noch nicht mitwählen dürfen, bin ich doch gespannt, was die junge Generation zu den verschiedenen Themen zu sagen hat“, freute sich der Abgeordnete.

Zunächst stellte Schwab die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit für jeden einzelnen heraus – sei es als Friedenprojekt oder als erfolgreichster Wirtschaftsraum der Welt: „Als Deutsche machen wir etwa ein Prozent der Weltbevölkerung aus. Nur wenn wir uns als Europäer zusammenschließen, spielen wir wirklich eine starke Rolle im internationalen Konzert!“ Die Fragen der Schülerinnen und Schüler drehten sich zunächst um aktuelle Themen wie die anstehende Urheberrechtsreform oder die Fridays-for-Future-Demos. Schließlich wurden auch regionale Themen angesprochen, etwa das Projekt „B26n“ oder der ÖPNV im Landkreis.

Foto MdL Schwab

Bei der Reform des EU-Urheberrechts gehe es im Grunde darum, Regeln, die in der nichtdigitalen Welt längst gelten, endlich in die Online-Welt zu übernehmen. Wenn bei Veranstaltungen GEMA-Gebühren für das Abspielen von Musik gezahlt werden müssen, so sollten Künstler doch genauso entlohnt werden, wenn ihre Inhalte online abrufbar werden, erklärte Schwab die Ausgangssituation. Für Bedenken mancher Schüler hinsichtlich des umstrittenen Artikels 13 bzw. 17 zeigte Schwab durchaus Verständnis. Wichtig sei jetzt, bei der Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht zu verhindern, dass große Internetplattformen durch sogenannte „Uploadfilter“ die freie Nutzung des Internets einschränkten. Gefragt nach seiner Meinung zu den Schülerdemonstrationen für mehr Klimaschutz äußerte Schwab sein Bedauern, dass mittlerweile mehr darüber gestritten werde, ob man während der Unterrichtszeit demonstrieren dürfe als um das eigentliche Anliegen. „Meine Tür und die anderer Politikverantwortlicher steht offen“, versprach er, und rief dazu auf, sich ernsthaft in die Debatte einzubringen.

Auf die Frage einer Schülerin, was die Demos eigentlich erreichen wollten, wo es im internationalen Vergleich um den Klimaschutz in Deutschland doch gut bestellt sei, betonte Schwab: „Wir sollten trotzdem Vorreiter sein! Aber“, und hier spannte er wieder den Bogen zur Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit, „alleine können wir hier tatsächlich nicht viel erreichen!“ Am Ende der eineinhalbstündigen Diskussionsrunde stand der Aufruf des Parlamentariers: „Rührt euch bei uns Politikern, wenn ihr Fragen und Anliegen habt! Mischt euch ein, eure Meinung zählt!“

Ballonwettbewerb

Foto der BallonsDer Förderverein der Realschule machte beim Schulfest im Juli 2018 mit einem Ballonflugwettbewerb auf sich aufmerksam. Schüler waren keine unter den Gewinnern, dafür aber drei Geschwisterkinder, die sich nun über einen Kinogutschein freuen dürfen. Der Vorsitzende des Fördervereins, Manfred Goldkuhle, freute sich über die rege Teilnahme an der gelungenen Aktion und ließ den Gewinnern ihre Preise zukommen. Der weiteste Flug ging ins immerhin 64 km entfernte hessische Rodgau. Die beiden anderen Siegerballons blieben mit Gräfendorf und Steinfeld im Landkreis.

 
 
   
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